Studie belegt: KI-Bonus für Bewerbende existiert
- Daniel
- vor 4 Stunden
- 3 Min. Lesezeit
Ich höre es aktuell in jedem dritten Meeting: “KI-Skills sind wichtig. Lernt KI und arbeitet an eurer KI-Kompetenz.”
Und ja. Wir alle haben es irgendwie alle geahnt. KI-Technologien sind deutlich stärker in den Vordergrund gerückt und der aktuelle Hype zieht eben auch seine Kreise.

Das Indeed Hiring Lab zeigt anhand von Daten, dass der Anteil der Stellenausschreibungen, die KI-Begriffe erwähnen, deutlich zugenommen haben. Also wirkt es logisch, dass KI-Fähigkeiten im Arbeitsmarkt ebenfalls eine höhere Wichtigkeit erlangt haben.
Doch nun hat eine groß angelegte Studie mit Hilfe eines feldexperimentellen Designs auch kausal nachweisen können, dass KI-Fähigkeiten die Wahrscheinlichkeit erhöhen zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden.
Stephany und Kolleg*innen (2026) haben 1725 Recruiter*innen über 22.000 synthetische Lebensläufe entscheiden lassen, welche Personen sie auf Basis des Lebenslaufs zu einem Vorstellungsgespräch einladen würden.
Dabei wurde ein Conjoint-Design verwendet. Für drei verschiedene Rollen (Grafikdesign, Büroassistenz, Software Engineer) wurden 22.000 CV-Paare erstellt, die sich jeweils nur in der Erwähnung von KI-Fähigkeiten unterscheiden. Dann wurde geschaut, welche Personen von echten Recruiter*innen zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden. So kann man dann sehr genau schauen, ob dieser einzige Unterschied “KI-Fähigkeiten” dann zu einer erhöhten Einladungswahrscheinlichkeit führt.
Die Ergebnisse waren recht eindeutig: KI-Skills erhöhen die Einladungswahrscheinlichkeit kausal
Allein die Nennung von KI-Skills führte zu einer Erhöhung der Einladungswahrscheinlichkeit um 8-15 Prozentpunkte (!) erhöht. Die Angabe von KI-relevanten LinkedIn- oder Universitätszertifikaten hatte einen noch stärkeren Effekt.

Spannend finde ich auch, dass die Angabe solcher KI-Skills sogar sonst oft bestehende Nachteile von Altersdiskriminierung und vermeintlichen Bildungslücken ausgleichen konnten. Für Bewerbende ohne Abschluss galt zudem, dass Zertifikate besser wirken als reine Selbstauskunft.

Und noch etwas fiel mir direkt ins Auge. Der positive Effekt von KI-Skills scheint nicht für alle Arten von Jobs gleich stark zu sein. Bei Grafikdesign-Rollen fiel er deutlich schwächer aus.

Die Forscher*innen vermuten, dass dies für alle eher als kreativ geltenden Jobs sein könnte.
Und dann finden die Forscher*innen noch einen Lifehack. Recruiter*innen, die selbst KI nutzen belohnen KI-Skills bei den Bewerbenden besonders. Das ist ein Bias, der sich aber endlich mal zu Gunsten von Bewerbenden auswirkt. Denn es betrifft ja eine veränderbare Variable: Deine KI-Skills.
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