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Studie belegt: KI-Bonus für Bewerbende existiert

  • Autorenbild: Daniel
    Daniel
  • vor 4 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit

Ich höre es aktuell in jedem dritten Meeting: “KI-Skills sind wichtig. Lernt KI und arbeitet an eurer KI-Kompetenz.”


Und ja. Wir alle haben es irgendwie alle geahnt. KI-Technologien sind deutlich stärker in den Vordergrund gerückt und der aktuelle Hype zieht eben auch seine Kreise.


Liniendiagramm mit dem Titel „The share of US jobs mentioning AI continues to rise". Es zeigt den Anteil aller US-amerikanischen Stellenanzeigen auf Indeed, die KI-bezogene Begriffe enthalten, von Januar 2019 bis Dezember 2025. Der Anteil lag 2019 bei rund 1,7 %, stieg bis Mitte 2022 auf knapp über 3 % an und fiel danach – zeitgleich mit dem öffentlichen Launch von ChatGPT Ende 2022, der durch eine gestrichelte rote Linie markiert ist – auf etwa 1,7 % zurück. Ab 2023 begann ein steiler Anstieg, der bis Ende 2025 auf einen Höchstwert von 4,2 % führte. Quelle: Indeed.

Das Indeed Hiring Lab zeigt anhand von Daten, dass der Anteil der Stellenausschreibungen, die KI-Begriffe erwähnen, deutlich zugenommen haben. Also wirkt es logisch, dass KI-Fähigkeiten im Arbeitsmarkt ebenfalls eine höhere Wichtigkeit erlangt haben.

Doch nun hat eine groß angelegte Studie mit Hilfe eines feldexperimentellen Designs auch kausal nachweisen können, dass KI-Fähigkeiten die Wahrscheinlichkeit erhöhen zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden.


Stephany und Kolleg*innen (2026) haben 1725 Recruiter*innen über 22.000 synthetische Lebensläufe entscheiden lassen, welche Personen sie auf Basis des Lebenslaufs zu einem Vorstellungsgespräch einladen würden.


Dabei wurde ein Conjoint-Design verwendet. Für drei verschiedene Rollen (Grafikdesign, Büroassistenz, Software Engineer) wurden 22.000 CV-Paare erstellt, die sich jeweils nur in der Erwähnung von KI-Fähigkeiten unterscheiden. Dann wurde geschaut, welche Personen von echten Recruiter*innen zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden. So kann man dann sehr genau schauen, ob dieser einzige Unterschied “KI-Fähigkeiten” dann zu einer erhöhten Einladungswahrscheinlichkeit führt.


Die Ergebnisse waren recht eindeutig: KI-Skills erhöhen die Einladungswahrscheinlichkeit kausal

Allein die Nennung von KI-Skills führte zu einer Erhöhung der Einladungswahrscheinlichkeit um 8-15 Prozentpunkte (!) erhöht. Die Angabe von KI-relevanten LinkedIn- oder Universitätszertifikaten hatte einen noch stärkeren Effekt.


Balkendiagramm mit dem Titel „Der KI-Bonus: Ein signifikanter Aufwind". Es zeigt die Wahrscheinlichkeit einer Einladung zum Vorstellungsgespräch in Abhängigkeit vom Nachweis von KI-Kenntnissen im Lebenslauf. Der Durchschnittswert liegt bei 50 %. Bewerber ohne KI-Skills erreichen knapp diesen Durchschnitt (grauer Balken). Wer KI-Kenntnisse per Selbstauskunft angibt, per LinkedIn-Zertifikat oder per Universitätszertifikat nachweist, erzielt deutlich höhere Werte (gelbe Balken), wobei das Universitätszertifikat den größten Effekt zeigt. Eine Hervorhebung weist darauf hin, dass schon die bloße Nennung von KI-Kenntnissen die Chancen um 8 bis 15 Prozentpunkte erhöht. Quelle: NotebookLM.
Quelle: Stephany et al. (2026) grafisch aufbereitet mit NotebookLM

Spannend finde ich auch, dass die Angabe solcher KI-Skills sogar sonst oft bestehende Nachteile von Altersdiskriminierung und vermeintlichen Bildungslücken ausgleichen konnten. Für Bewerbende ohne Abschluss galt zudem, dass Zertifikate besser wirken als reine Selbstauskunft.


Infografik mit dem Titel „Der Ausgleich: KI als Gegengewicht zu Nachteilen", bestehend aus zwei Illustrationen im Paper-Cut-Stil. Links unter der Überschrift „Das Gewicht des Alters": eine Waage, auf deren linker Seite ein schweres graues Gewicht mit der Aufschrift „Alter (~60)" liegt, während auf der rechten, höher stehenden Seite ein gelbes Kuvert mit der Aufschrift „KI-Zertifikat" liegt – als Symbol dafür, dass ein KI-Zertifikat den Altersnachteil ausgleichen kann. Der Text darunter lautet: „Ohne KI sinkt die Chance auf ~30 %. Mit KI steigt sie zurück auf ~50–55 %." Rechts unter der Überschrift „Die Lücke in der Bildung": ein Doktorhut mit einem fehlenden Puzzleteil, das durch ein gelbes Puzzlestück mit der Aufschrift „Uni-Zertifikat" ergänzt wird. Der Text darunter lautet: „Für Office Assistants ersetzen Universitäts-Zertifikate den fehlenden Bachelor-Abschluss." Quelle: NotebookLM.
Quelle: Stephany et al. (2026), grafisch aufbereitet mit NotebookLM

Und noch etwas fiel mir direkt ins Auge. Der positive Effekt von KI-Skills scheint nicht für alle Arten von Jobs gleich stark zu sein. Bei Grafikdesign-Rollen fiel er deutlich schwächer aus.


Infografik mit dem Titel „Nicht jedes Papier faltet gleich: Der Branchen-Unterschied" im Paper-Cut-Stil. Sie vergleicht die Wirkung von KI-Kenntnissen in drei Berufsfeldern anhand je einer Karte mit Icon und Beschreibung. Die ersten beiden Karten sind gelb: „Software Engineer" (Icon: Laptop) mit dem Text „Starker positiver Effekt. KI wird als Produktivitäts-Tool erwartet." und „Office Assistant" (Icon: Aktenordner mit Dokumenten) mit dem Text „Starker positiver Effekt. Hohe Wertschätzung für Automatisierung." Die dritte Karte ist rosa: „Graphic Designer" (Icon: Malerpalette) mit dem Text „Schwächerer Effekt. 43 % negative Stimmung." Ein zusätzlicher roter Notizzettel weist auf einen „Authentizitäts-Malus" hin und erklärt: „Skepsis gegenüber KI-generierter Kreativität." Quelle: NotebookLM.
Quelle: Stephany et al. (2026), grafisch aufbereitet mit NotebookLM

Die Forscher*innen vermuten, dass dies für alle eher als kreativ geltenden Jobs sein könnte.


Und dann finden die Forscher*innen noch einen Lifehack. Recruiter*innen, die selbst KI nutzen belohnen KI-Skills bei den Bewerbenden besonders. Das ist ein Bias, der sich aber endlich mal zu Gunsten von Bewerbenden auswirkt. Denn es betrifft ja eine veränderbare Variable: Deine KI-Skills.

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